Orellanus-Syndrom

Die Vergiftung durch Cortinarien wurde erst vor ca. 60 Jahren entdeckt. Damals ereignete sich in Polen eine rätselhafte Massenerkrankung mit vielen Toten. Diese Art der Vergiftung zeichnet sich durch eine auffallend lange Latenzzeit von mehreren Tagen aus. Deswegen wurden möglicherweise frühere Vergiftungsfälle nicht mit verzehrten Pilzen in Verbindung gebracht. Alle Pilze, die diese Vergiftung hervorrufen, sind relativ selten, dennoch kommt es immer wieder zu Vergiftungen. Diese können aber heute, dank fortgeschrittener medizinischer Technik, relativ gut behandelt werden.

Giftstoffe und Wirkung

Aus C. orellanus und C. speciosissimus wurde der fluoreszierende Giftstoff Orellanin isoliert. Dieser wird für die nierenschädigende Wirkung verantwortlich gemacht. Der Stoff ist extrem hitzestabil und hat eine Bipyridin-Struktur. Bisher sind in diesem Zusammenhang aber noch viele Fragen offen, so fehlt etwa in C. splendens, der nachweislich Vergiftungen verursacht hat, das Orellanin vollständig

Welche Pilze bewirken die Vergiftung

  • Cortinarius orellanus (Orangefuchsiger Rauhkopf)
  • Cortinarius speciosissimus (Spitzgebuckelter Rauhkopf)

und wahrscheinlich noch weitere Arten aus dieser Verwandtschaftsgruppe.

  • Cortinarius splendens (Schöngelber Klumpfuß)

Symptome

Nach einer sehr langen Latenzzeit von 2 - 17 Tagen treten erste Anzeichen von Nierenschädigung auf. Erkennbare Symptome sind dabei starker Durst, Kopfschmerzen, Übelkeit, Gliederschmerzen. In schweren Fällen werden die Nieren irreversibel geschädigt, lebenslange Dialyse oder eine Nierentransplantation sind die Folgen.

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