Pilzvergiftungen

Alle Jahre wieder hört oder liest man von Pilzvergiftungen, die z.T. tödlichen Ausgang nehmen. Zu einem großen Teil liegt das an Unkenntnis von Pilzen, die sorglos gesammelt und ohne weiteres Nachdenken verzehrt werden.

Sollten sie den Verdacht haben, an einer Pilzvergiftung zu leiden

  1. rufen sie ärztliche Hilfe
  2. kontaktieren sie telefonisch einen lokalen Giftnotruf (Giftnotrufe im deutschsprachigen Raum)
  3. beruhigen sie andere Betroffene
  4. stellen sie Reste des Sammelguts, der Mahlzeit und von Erbrochenem sicher
  5. liegt die Mahlzeit weniger als 5 Stunden zurück, rufen sie bei sich und anderen Betroffenen Erbrechen hervor

Die Gefahr einer Pilzvergiftung besteht auch, wenn von mehreren Personen nur eine einzige Person Symptome einer Pilzvergiftung zeigt, da auch individuelle Vergiftungserscheinung  und Unverträglichkeiten möglich sind.

Was ist eine Pilzvergiftung?

Von den zur Zeit bekannten mehr als 5000 mitteleuropäischen Großpilzen gelten etwa 150 Arten als giftig oder giftverdächtig. Einige dieser Arten gelten als tödlich giftig.

Eine Pilzvergiftung ist definiert als "Auftreten von Gesundheitsstörungen nach dem Verzehr einer als giftig beschriebenen Pilzart".

Bekannt ist bis heute, dass es mehrere Arten von Pilzvergiftungen gibt, die durch unterschiedliche Substanzen ausgelöst werden und unterschiedliche Verläufe nehmen. Grundsätzlich wird zwischen

  1. Vergiftungssyndromen mit langer Latenzzeit (4 Stunden - mehrere Tage) und
  2. Vergiftungssyndromen mit kurzer Latenzzeit (15 Minuten - 4 Stunden)

unterschieden. Die gefährlicheren Vergiftungsarten befinden sich dabei in der ersten Gruppe, da das Eintreten der Symptome häufig gar nicht mehr in einen Zusammenhang mit vorher verzehrten Pilzen gebracht wird und die Stoffe schwere Organschäden verursachen können.

Woran erkennen sie eine Pilzvergiftung?

Wenn sie nach dem Verzehr von Pilzen eines der im folgenden genannten Symptome bei sich feststellen, kann es sein, dass sie eine Pilzvergiftung haben: Magendruck, Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbruch, Schwindel, Rauschzustände.

Die Symptome können dabei fast sofort nach dem Verzehr, aber durchaus auch noch Stunden oder gar Tage später auftreten. Die bis zum Auftreten vergangene Zeit hängt davon ab, welche Pilze sie gegessen haben und in welchen Mengen sie die Pilze verzehrt haben.

Sollten sie also nach dem Verzehr von Pilzen eines oder mehrere der genannten Symptome bei sich feststellen, so sollten sie sich sofort an eine Giftnotrufzentrale  (Giftnotrufe im deutschsprachigen Raum) in ihrer Nähe wenden. Gut wäre es, Pilzreste (Mülleimer), aber auch Erbrochenes bereit zu halten, damit eine nachträgliche Bestimmung der verzehrten Pilze durch einen Pilzsachverständigen ermöglicht werden kann. Je nachdem, welche Pilze sie verzehrt haben, sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen angezeigt. (Überblick über die einzelnen Vergiftungsarten)

Wie kann eine Pilzvergiftung verhindert werden?

Grundsätzlich gilt: Sammeln und verzehren sie nur die Pilze, die sie selbst absolut sicher bestimmen können! Alles andere muss als gefährlicher Leichtsinn gelten und kann im Zweifelsfall tödlich enden.

Wenn sie einen Pilz nicht absolut sicher bestimmen können, so haben sie die Möglichkeit einen anerkannten Pilzsachverständigen (LINK) in ihrer Nähe aufzusuchen.

Lassen sie sich insbesondere nicht von „Pilzkennern“, die ihnen während der Suche begegnen, helfen. Uns wurde bei Exkursionen schon mal der Gallenröhrling als Steinpilz und der Falsche Pfifferling als Echter Pfifferling „verkauft“.

Auch wenn sie den Pilz genau kennen, prüfen sie vor dem Verzehr jeden einzelnen Fruchtkörper. Prüfen sie dabei nicht nur, ob es sich um eine essbare Art handelt, prüfen sie auch, ob die Exemplare nicht schon angefangen haben sich zu zersetzen. Durch zu alte Pilze kann eine Lebensmittelvergiftung hervorgerufen werden. (Beachten sie die Sammelhinweise)

Welche Vergiftungen gibt es?

Pilzvergiftungen haben viele Gesichter, es lassen sich folgende Kategorien unterscheiden, von denen die wichtigsten auf den folgenden Seiten beschrieben werden:

  • Unechte Pilzvergiftungen
  • Allergien
  • Vergiftungen im Magen-Darmtrakt
  • (tödliche)Vergiftungen mit Organschädigung
  • Psychotrop wirkende Pilze
  • Pilze, die gleichzeitig Magen-Darmtrakt und Nervensystem angreifen
  • Vergiftungen bei gleichzeitigem Alkoholkonsum

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